Der Freund
Der auf den Wogen schliefe,ein sanft gewiegtes Kind,
kennt nicht des Lebens Tiefe,
vor süßen Träumen blind.
Doch wen die Stürme fassen
zu wildem Tanz und Fest,
wen hoch auf dunklen Straßen
die falsche Welt verläßt:
Der lernt sich wacker rühren,
durch Nacht und Klippen hin
lernt er das Steuer führen
mit sichrem ernsten Sinn.
Der ist vom echten Kerne,
erprobt zu Luft und Pein,
der glaubt an Gott und Sterne,
der soll mein Schiffmann sein!
Joseph Freiherr von Eichendorff (1788 bis 1857)
Wahre Freunde
Viele wollen sich deine Freunde nennen,aber erst in Not und Glück lernst du sie kennen,
denn ein wahrer Freund ist - wer mit dir leidet
und nicht der , der dein Glück dir neidet.
Freundschaft
Eine Freundschaft besteht immer.Nicht nur manchmal, dann und wann,
wenn man den Freund
grad brauchen kann.
Freunde sind allezeit für dich da.
Sie helfen dir bei Kummer und Leid.
Freunde sind Menschen,
mit denen man alles teilt.
Sie sind bei dir in schweren Zeiten,
steh´n dir zur Seite mit Rat und Tat.
Freunde helfen bei Problemen jeder Art.
All dies zu halten ist oft schwer,
denn auch Freundschaft ist vergänglich,
wie alles im Leben - nichts ist unendlich!
Unendlich schon, doch nicht unmöglich,
wie Freunde, so wie ihr und ich,
die lassen sich niemals im Stich.
Freunde fürs Leben,
die wird´s nur einmal geben.
Ob ihr es seid, das weiß ich nicht,
doch unsere Freundschaft
hat mich gelehrt,
einen Versuch ist es immer wert!
Dein bester Freund
Solltest Du Dich einsam fühlen,verlassen und ganz allein,
solltest Du Hilfe brauchen,
würde gern für Dich da sein.
Sollte Dir an Liebe fehlen,
solltest Du Dich langweilen,
brauchst Du einen zum Reden,
würde mich zu Dir eilen.
Solltest Du eine Schulter brauchen,
um Dich einfach auszuweinen,
brauchst Du etwas Aufmunterung,
ruf mich, ich werde erscheinen.
Der Baufritze
An einen verlorenen Freund
Ich sah die Tränen, die verschwiegnen,die hinter deine Lider drangen,
als du der vielen unerstiegnen
Pfade dachtest, die du nicht gegangen.
Als meine Worte, ohne es zu wollen,
dir weckten, wie wir einst vereint geschritten,
als du empfandst im martervollen
Herzen, was dir abgeschnitten.
Nicht abgeschnitten durch dich selber so,
als durch das Weib, das all dein Leben lähmte,
die breite, niegestillte, niegezähmte
Bestie, nur auf deinem Schweiße froh.
Ich sah's und hemmte selber kaum die Tränen,
wie du so standst, von Scham und Gram zerfressen, -
ich sah's und knirschte heimlich mit den Zähnen ...
Vergib, dass ich es sah. Es sei vergessen.
Christian Morgenstern
Freundschaft ist Glaube
er denkt wie ich -spricht wie ich-
lächeld bezaubernd-
so mögen wir zusammen bleiben für immer-
im himmel unsre flügel spreizen-
gemeinsam bis zum ende-
durch leid und freud -
treu bin ich bei dir -
für immer in ewigkeit-
In nomine Patris, et Filii, et Spiritus Sancti
Freundschaft
Wenn du eine Blume wärst,dann eine Sonnenblume!
Sie strahlt das aus
was du für mich bist!
Sie gibt einem das Gefühl
man wird geliebt
doch lässt man sie einmal im stich
dann geht sie ein
so wie unsere Freundschaft.
Also vergiss nie
du hast immer jemanden an deiner
Seite
der für dich da ist
dann wirst auch du immer strahlen!
Einem fernen Freunde
Mit dem du im Herzen darf man schweigen,Um so tiefer dann sein Innres zeigen,
Wenn die Stunde kommt, da ganz allein
Leben sich dem Leben drängt zu weihn...
Und es ist ein still beständig Wissen,
Und es ist ein ruhiges Vertrauen:
Unser Freundeskranz wird unzerrissen
Schweben in Maienlüften wie in rauhen
Sturmesnächten schlimmeren Geschicks...
Nein, es ist kein Rausch des Augenblicks,
Wie ihn rasches Jugendblut verdampft,
Keine Traumsaat, die der Tag zerstampft –
Wir belauschen unser altes Spiel
Und gedenken und besinnen viel.
Karl Henckell
Freundschaft
Mirza-Schaffy kam einst auf einer ReiseZu einem reichen Mann. Da sprach der Weise:
Ich will dein Gast für heut und morgen bleiben,
Hilf mir die Zeit nun angenehm vertreiben;
Bereit' ein Fest, lad' gute Freunde ein,
Wir wollen froh und guter Dinge sein!
- Ich habe keine Freunde! - sprach der Mann.
Mirza-Schaffy sah ihn verwundert an:
So darf ich nicht dein Dach zum Obdach wählen,
Dem selbst beim Reichtum gute Freunde fehlen!
Er schüttelte den Staub von seinen Füßen,
Verließ den Reichen, ohne ihn zu grüßen,
Sprach: Wem der Himmel keinen Freund beschert,
Weh ihm! der Mann ist keines Grußes wert.
Liebe und Freundschaft
Liebe, weg! Du zankst dich nur,Bist nur immer eifersüchtig!
Siehst nur immer nach der Uhr,
Bist, wie ihre Stunden, flüchtig!
Freundschaft, bleib'! Du zankst dich nicht,
Bist nicht immer eifersüchtig!
Siehst ins helle Sonnenlicht,
Bist nicht unstet, bist nicht flüchtig!
Komm' und sitz' auf meinem Schoß,
Herrsch' in meinem kleinen Staate! -
Wie werd' ich die Liebe los?
Rate, liebe Freundschaft, rate!
Johann Wilhelm Ludwig Gleim, 1719-1803
Freundschaft
Mirza-Schaffy kam einst auf einer ReiseZu einem reichen Mann. Da sprach der Weise:
Ich will dein Gast für heut und morgen bleiben,
Hilf mir die Zeit nun angenehm vertreiben;
Bereit' ein Fest, lad' gute Freunde ein,
Wir wollen froh und guter Dinge sein!
- Ich habe keine Freunde! - sprach der Mann.
Mirza-Schaffy sah ihn verwundert an:
So darf ich nicht dein Dach zum Obdach wählen,
Dem selbst beim Reichtum gute Freunde fehlen!
Er schüttelte den Staub von seinen Füßen,
Verließ den Reichen, ohne ihn zu grüßen,
Sprach: Wem der Himmel keinen Freund beschert,
Weh ihm! der Mann ist keines Grußes wert